Zurück zur Startseite
français

suche

Suche starten
arbido Kontakte arbido print arbido newsletter Offene Stellen

Gute Noten für den Studiengang Informationswissenschaft der HTW Chur

09.09.10
In diesem Jahr wird die HTW Chur zum 10. Mal den Absolventen des Studiengangs Informationswissenschaft die Diplome aushändigen (1). Ein Grund, Bilanz zu ziehen. Eine Absolventenbefragung im Frühling 2010 führte zu erfreulichen Ergebnissen: Positive Bewertungen für die Studieninhalte und eine gute Situation auf dem Arbeitsmarkt.

1998 startete an der HTW Chur der Studiengang Information und Dokumentation (seit 2002 auch als Teilzeitstudium in Zürich). 2005 geschah die Umwandlung des Diplomstudiengangs in das Bachelor-Studium Informationswissenschaft. Das Ausbildungsangebot wird ab Herbst 2010 mit einem konsekutiven Master in Informationswissenschaft erweitert. Die Veränderungen in der Lehre und im Berufsbild während des letzten Jahrzehnts gaben Anlass, im Mai 2010 eine Absolventenbefragung durchzuführen. 226 ehemalige Studierende[2] wurden dazu aufgefordert, an einer Online-Befragung mitzumachen. Die Rücklaufquote betrug 50%.
 
Veränderungen bei der Vorbildung
 
Die Auswertung der Absolventenbefragung zeigt, dass sich nicht nur das Berufsfeld der Informationswissenschaft verändert hat, sondern auch die Studierenden: Waren es zu Zeiten der Diplomstudiengänge vor allem Maturanden mit Vorpraktikum (57%), so weisen seit der Bachelor-Umstellung immer mehr Studierende eine Lehre mit Berufsmatura als Vorbildung auf (37%). Konstant geblieben ist der hohe Bezug zum Berufsfeld Bibliothek: Rund 35% hatten ihre praktischen Erfahrungen vor dem Studium in Bibliotheken gewonnen, 49% arbeiteten auch während des Studiums dort.
 
Erfreuliche Situation auf dem Arbeitsmarkt
 
Auch nach dem Studium spielen die Bibliotheken eine wichtige Rolle: Sie sind die Arbeitgeber von 53% der Absolventen. Aber auch Fachhochschulen (21%) gehören zu den wichtigen Arbeitgebern. Weniger als 10% der Absolventen arbeiten in den klassischen Berufsfeldern Archiv und Dokumentation. Unabhängig vom Arbeitgeber ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt sehr gut und die Arbeitslosigkeit gering (4%). Die Absolventen sind mit ihrer beruflichen Tätigkeit insgesamt zufrieden (76%) und der Einstiegslohn befindet sich mit 75‘800.- pro Jahr[3] im durchschnittlichen Bereich der Fachhochschulabsolventen.  
 
Gute Noten für das Studium
Im Rückblick beurteilen die Absolventen die Studieninhalte grundsätzlich als wichtig (72%) und sie sind mit der Berufsvorbereitung der HTW Chur zufrieden (69%). Speziell die beiden Themengebiete Informations- & Kommunikationssysteme und Bibliothekswissenschaft wurden als wichtig eingestuft (91%, bzw. 78%), womit sich zeigt, dass die Verbindung von technischen Modulen und klassischer Ausbildung den Bedürfnissen der Arbeitswelt entspricht. Weiterbildung ist für die Absolventen vor allem in den Kernbereichen der Informationswissenschaft ein Thema: Informationskompetenz (10.6%), Erschliessung/Katalogisierung (8.8%) und neue Medien (7.9%) lauten die begehrten Weiterbildungsbereiche. Am Masterstudiengang Informationswissenschaft ist rund ein Drittel der Absolventen interessiert.  
 
Vergleich mit anderen informationswissenschaftlichen Studiengängen
 
Die zentralen Ergebnisse aus dieser Studie stehen im Einklang mit den Resultaten aus Absolventenbefragungen von anderen informationswissenschaftlichen Studiengängen im In- und Ausland (MAS der HTW Chur, Bachelorstudiengänge aus Genf, Darmstadt und Hamburg). Ein deutlicher Unterschied besteht allerdings zwischen der Schweiz und Deutschland in Bezug auf die häufigsten Arbeitgeber: In der Schweiz sind es die Bibliotheken, in Deutschland eher privatwirtschaftliche Medien- und Technologieunternehmen.
 
Ausblick
 
Die Absolventen bewerteten das Studium positiv, wiesen aber auch auf Verbesserungspotenziale hin. Bemängelt wurde die fehlende Integration der Themenbereiche Informationskompetenz, Bibliothekspädagogik sowie Katalogisierung, welche von besonderer Relevanz für Bibliotheken sind. Auch bei der Archivwissenschaft wurde konkreter Verbesserungsbedarf genannt. Schliesslich hätten sich einige Absolventen einen höheren Praxisbezug des Studiums gewünscht. Diese Kritikpunkte werden mit verschiedenen Verbesserungsmassnahmen im Rahmen der Curriculumsreform des Bachelorstudiengangs berücksichtigt, welche im Herbstsemester 2010 in Kraft tritt.   Die HTW Chur beobachtet ein wachsendes Interesse an der Kombinierbarkeit von Studium und Erwerbstätigkeit. Diesem Trend wird bereits heute Rechnung getragen mit dem Angebot eines Teilzeitstudiengangs. Durch die Einführung eines vorlesungsfreien Tages sollen neu auch Vollzeitstudierende über die zeitliche Möglichkeit verfügen, einer regelmässigen Arbeit während des Studiums nachgehen zu können.

Iris Capatt-Kuppelwieser und Urs Dahinden


[1] Der vollständige Schlussbericht ist zu finden unter: http://www.informationswissenschaft.ch/
[2] Abschlussjahre 2001-2009
[3] Arithmetischer Mittelwert, bei Teilzeitanstellungen umgerechnet auf einen Bruttolohn von 100%, inkl. 13. Monatslohn
 

zurück

Copyright arbido 2013