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Erfolgreich integriert dank Bilderbüchern und Geschichten

06.12.07
Das Leseförderungsprojekt „Schenk mir eine Geschichte“ (Family Literacy) des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM setzt sich für eine bessere Integration durch sprachliche Bildung ein. Fremdsprachige Vorschulkinder werden mit Bilderbüchern, Geschichten, Versen und Liedern in ihrer Muttersprache gefördert. Damit wird eine wichtige Grundlage für den Erwerb der deutschen Sprache geschaffen.

Seit der PISA-Studie wissen wir, dass die Lesekompetenz von SchulabgängerInnen stark von der sozialen Herkunft und dem Berufsstatus der Eltern abhängt. Kinder aus bildungsferneren Familien mit Migrationshintergrund sind dabei doppelt benachteiligt: Sie müssen Deutsch als Zweitsprache lernen, und sie erhalten oft wenig schulische Unterstützung durch das Elternhaus.
Hier setzt das Leseförderungsprojekt „Schenk mir eine Geschichte“ (Family Literacy) des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM ein. Es geht davon aus, dass die Lust an der Sprache, regelmässiges Vorlesen von Bilderbüchern zu Hause und frühe spielerische Erfahrungen mit Schrift den Leselernprozess in der Schule wesentlich erleichtern.
 
Das Projekt berücksichtigt aber auch die vielfach belegte Tatsache, dass das Beherrschen der Muttersprache eine wichtige Voraussetzung ist, um Deutsch und weitere Sprachen zu lernen. Eltern können als „erste LehrerInnen“ ihrer Kinder am nachhaltigsten zu einer guten sprachlichen und allgemeinen Entwicklung beitragen.
Deshalb fördert das Projekt „Schenk mir eine Geschichte“ (Family Literacy) Lesegelegenheiten für fremdsprachige Kinder und Eltern. Interkulturelle VermittlerInnen bringen den Eltern nahe, dass sich ihre Kinder mit Bilderbüchern, Geschichten, Reimen und Versen sprachlich am besten entwickeln können. Bücher sollen ein selbstverständlicher Bestandteil des Familienlebens werden. Durch Bibliotheksbesuche wird den Familien deshalb auch der Zugang zu Büchern in ihrer Muttersprache und in Deutsch vermittelt.

Leseanimationen und Hausbesuche in verschiedenen Sprachen
Dank der Unterstützung der Eidgenössischen Ausländerkommission EKA, der Integrationskredite der Kantone Basel-Stadt, Zürich, Solothurn, der Städte Zürich und Winterthur sowie des Lotteriefonds Baselland werden im Rahmen des Projekts „Schenk mir eine Geschichte“ Leseanimationen in Albanisch, Arabisch, Deutsch (mit Berücksichtigung der Erstsprachen der teilnehmenden Familien), Kurdisch, Portugiesisch, Serbisch, Spanisch, Tamil und Türkisch angeboten.
 
Die interkulturellen VermittlerInnen, die vom SIKJM zu AnimatorInnen weitergebildet werden, erzählen in Quartiertreffs und Bibliotheken Bilderbuchgeschichten, und sie spielen und basteln mit den Kindern. Die Eltern werden in diese Aktivitäten, die ihnen oft fremd sind, einbezogen. Bilderbücher liegen bereit, Eltern und Kinder können nach Belieben darin schmökern. Die Animatorinnen empfehlen den Eltern geeignete Bilderbücher und regen sie dazu an, diese für die Lektüre mit nach Hause zu nehmen.
 
Viele Familien aus dem Kosovo, aus der Türkei oder aus arabischsprachigen Gebieten können nur durch einen vorgängigen persönlichen Kontakt für die Teilnahme an Animationen in öffentlichen Räumen gewonnen werden. Um die vorhandenen Hemmungen und Ängste abzubauen, werden deshalb im Projekt „Schenk mir eine Geschichte“ zusätzlich Hausbesuche durchgeführt. Mit Hausbesuchen können auch diejenigen Familien erreicht werden, die die gebotene Unterstützung am nötigsten haben.

contact:

Therese Salzmann   
Mitarbeiterin Leseförderung SIKJM, Projektleiterin „Schenk mir eine Geschichte“ (Family Literacy)   
Tel.: 043 268 39 03
Natel: 079 443 54 04   
E-Mail: therese.salzmann@sikjm.ch   

Internet: http://www.sikjm.ch
 
Kurzbeschrieb SIKJM
Das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM ist in der Lehre, Forschung und Dokumentation im Bereich Kinder- und Jugendmedien tätig und leitet Projekte für die Leseförderung in der ganzen Schweiz. Es verfügt über Zweigstellen in der Romandie und im Tessin und wird vom Bundesamt für Kultur sowie vom Staatssekretariat für Bildung und Forschung mitunterstützt.


 

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